„FOMO“ oder „JOMO“ – Hauptsache resilient

Es ist so schönes Wetter, Kind geh doch raus ein bisschen spielen oder Fahrrad fahren oder mach was mit deinen Freunden, statt in der Stube zu hocken.“ Diesen Satz habe ich zigfach in meiner Kindheit und Jugend gehört. Er hat sich mir als Glaubenssatz eingeprägt: „Bei schönem Wetter geht man raus und unternimmt etwas, ist aktiv“. Aber warum muss ich bei sonnigem Wetter eigentlich unbedingt immer raus gehen, wenn ich mich doch nach einer stressigen Woche auf einen ruhigen entspannten Tag zu Hause freue? Ganz egal, wie das Wetter ist. Statt meinem Bedürfnis nachzugeben, quält mich meine innere Stimme: „Geh doch raus! Bewege dich im Freien! Verabrede dich mit Freunden! Oder mach mal wieder einen Ausflug ins Grüne!“ Und schon bekomme ich Hummeln in den Hintern oder ein schlechtes Gewissen, so dass ich den Tag in meinen vier Wänden gar nicht mehr genießen kann.

Mein Mann ist da ganz anders. Er nimmt sich die Freiheit, dann raus zu gehen, wann er es will und nicht dann, wenn es andere sagen, auch nicht, wenn die Sonne scheint. Ihm reicht es völlig auf dem Balkon zu sitzen, den Ausblick auf den Main zu genießen und den anderen bei ihren Aktivitäten zuzuschauen um sich wohl zu fühlen.

FOMO – Fear Of Missing Out

Das Phänomen des Getriebenseins bezeichnen Psychologen mit dem Begriff „FOMO“ („Fear Of Missing Out“) und meinen die Sorge, etwas zu verpassen. Der Verhaltensforscher Dan Ariely, Professor für Psychologie an der Duke Unversity in North Carolina beschreibt „FOMO“ als die Befürchtung, falsche Entscheidung darüber zu treffen, wie man seine Zeit verbringt.* Das ist ein Phänomen, dass vor allem durch die Sozialen Netzwerke befeuert wird.

Teilnehmer/-innen in meinen Seminaren bestätigen mir, durch Facebook und WhatsApp immer zu wissen, was die anderen Freunde gerade Tolles machen. Das erhöhe bei ihnen den inneren Druck mitmachen zu müssen. Gelingt das nicht entsteht häufig das Gefühl etwas Wichtiges zu verpassen, nicht dabei oder gar ausgeschlossen zu sein. Für viele ist das ein echter Stressor.

JOMO – Joy Of Missing Out

Die Psychologen würden meinen Mann für sein autarkes Verhalten loben. Denn sein gegenteiliges Verhalten heißt „JOMO“ („Joy Of Missing Out“), die Freude am Verpassen und den Genuss des Moments.* Er genießt es, daheim auf der Couch zu sitzen und gemütlich die Zeitung zu lesen oder auch einfach den Balkon von drinnen anzuschauen.

In diesem Punkt ist mein Mann sehr resilient. Dabei ist es ihm nicht wichtig, was die „Freunde“ auf Facebook oder WhatsApp posten. Statt ständig auf sein Smartphone zu schauen, entscheidet er selbstwirksam, was er gerade braucht und was ihm gut tut, ganz im Sinne der Resilienz. Das Wichtigste dabei, er ist mit seiner Entscheidung zufrieden und erholt sich tatsächlich.

Mehr Zufriedenheit mit ResilienzMein Königreich,Akzeptanz

Mittlerweile kommt meine innere peinigende Stimme kaum noch zu Wort. Durch trainieren meiner Resilienz habe ich gelernt, meinem Glaubenssatz: „Bei schönem Wetter geht man raus und unternimmt etwas, ist aktiv“ eine andere Bedeutung zu geben, ihn eher als Idee zu nutzen. Statt unruhig zu werden konzentriere ich mich ganz auf den Moment und entscheide mich in meinem Königreich ganz bewusst: Was ist mir gerade wichtig? Was möchte ich wirklich gerne tun? Und wo möchte ich es gerne tun? Gehe ich raus in die Sonne, in die Natur, dann tue ich das mit Freude, weil ich es jetzt will. Oder entscheide ich mich ganz bewusst drin zu bleiben. So sitze ich heute, bei dem schönsten Sonnenschein am Schreibtisch, genieße den Blick auf meinen Balkon und schreibe diesen Artikel, voller Wonne und Genuss und mit dem tiefen Gefühl der Zufriedenheit.

Trainieren auch Sie Ihre Resilienz in unseren Seminaren. Sie lernen dort durch mehr Selbstwirksamkeit Druck abzubauen, gelassener zu werden und die inneren Antreiber zu bändigen. Seminarteilnehmer berichten durch das Resilienztraining den (beruflichen und persönlichen) Alltag besser zu bewältigen, gelassener und geerdeter zu sein, Veränderungen aktiv zu gestalten, wieder mehr Glück und Zufriedenheit zu empfinden.

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* Quelle: Artikel: Der böse Schein, Frankfurter Rundschau, Nr. 78, Sa/So, 1./2.April 2017, Beilage FR7

 

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